Die Studie untersucht die Entstehung der modernen Kreativökonomie nicht aus literarischen Bewegungen oder Nischen heraus, sondern im Kontext von Bildungsinstitutionen und Bildungsromanen des 18. und 19. Jahrhunderts.
Kindergärten, Schulen und Universitäten erscheinen dabei als Orte, an denen das einst elitäre Privileg der Muße breiteren
Gesellschaftsgruppen zugänglich gemacht wurde. Im Zentrum stehen Bildungsromane als Reflexionsmedien, die nicht nur zur
Institutionalisierung von Muße und schöpferischer Selbstentfaltung beitrugen, sondern auch deren Ambivalenzen und Begrenzungen literarisch verhandelten – und so zur Genese und Komplexität des Kreativitätsdispositivs beitrugen.